50 Jahre CSU Hohenbrunn: Interview mit Leonhard Siegl

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Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Partei-Geschichte des Ortsverbands Hohenbrunn-Riemerling.

Gespräch mit Leonhard Sigl (78), einem der Gründungsväter, sowie von 1962 - 2008 erster Vorsitzender der freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn und Ehrenkreisbrandmeister. Leonhard Sigl war 36 Jahre im Gemeinderat Hohenbrunn-Riemerling für die CSU und von 1993 bis 2002 auch deren Fraktionsvorsitzender.

Wahlwerbung-klRed.: Herr Sigl, erinnern Sie sich noch daran wie alles begann?

L.S.: Hintergrund war natürlich die politische Betätigung in der Gemeinde. Es gab zum damaligen Zeitpunkt die SPD, die Überparteiliche Wählergruppe Hohenbrunn-Riemerling und einen Gesamtdeutschen Block BHE, aber noch keinen Ortsverband der CSU. Ferner war mein Vater Leonhard Sigl sen. bereits 10 Jahre CSU-Mitglied in Ottobrunn und Gemeinderat in Hohenbrunn sowie Mitglied im Kreistag. Also war es  insbesondere mit Blickrichtung auf die bevorstehenden Gemeinderatswahlen im März 1960 an der Zeit, der CSU eine eigene Stimme im Gemeindeparlament Hohenbrunn-Riemerling zu geben.

Red.: Von wem ging die Initiative aus und wer waren die Gründungsmitglieder?

L.S.: Gegründet wurde die CSU-Hohenbrunn-Riemerling von meinem Vater Leonhard Sigl sen., Josef Berger, Benno Maier, Alois Estendorfer, Xaver Liebhart, Hans Kotter und ich mit meinen damals 29 Jahren war auch dabei. Erster Ortsvorsitzender und späterer Fraktionssprecher wurde Josef Berger später auch zweiter Bürgermeister. Josef Berger, getragen von einem politischen Pioniergeist, vertrat die Gemeinde auch später im Kreistag, ferner fungierte er als Kreisobmann im bayerischen Bauernverband. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass dieses Gründungsdatum in die Ära des CSU-Vorsitzenden Hanns Seidel fiel, in dessen Amtszeit (1955 – 1961) sich Bayern vom Agrar- zum Industriestaat wandelte. Das prägte auch unsere Politik.

Red.: Erinnern sie sich noch an bestimmte politische Themen bzw. Entscheidungen, die Nachhaltigkeit bis heute erzeugt haben?

L.S.: Zunächst ist festzuhalten, dass die Zeit der Gründung bereits im laufenden Wahlkampf für die Gemeinderatswahlen 1960 stattgefunden hat, damals sicher eine enorme Energieleistung – wir standen ja alle voll im Berufsleben. In Erinnerung geblieben sind mir CSU-Anträge, die heute noch Gültigkeit besitzen: z.B. die gemeindliche Wasserversorgung selbst zu organisieren, die anderen Fraktionen wollten dies der Stadt München überlassen. Eine Entscheidung, die vor allem über die Jahre in einem günstigen Wasserpreis zum Tragen kam.Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche CSU-Kommunalpolitik war, dass sich im Rahmen der Gebietsreform 87% der Gemeindebürger in einer Abstimmung für die Erhaltung der Gemeinde Hohenbrunn-Riemerling ausgesprochen haben.Ferner ist es der CSU-Fraktion im Gemeinderat zu verdanken, dass die Anträge anderer Fraktionen - bereits vor 25 Jahren diskutiert - die Gemeinde solle sich auf 20000 Einwohner vergrößern, nicht umgesetzt worden sind.Die CSU-Kommunalpolitik war stets getragen von Bürgernähe und Heimatverbundenheit, das sich bis heute erhalten hat.

Red.: Wir haben über die Gründung des Ortsverbands und deren Initiatoren gesprochen, Sie haben Josef Berger als ersten Vorsitzenden erwähnt, wer waren die weiteren Vorsitzenden und wie würden Sie diese charakterisieren?


L.S.: Josef Berger habe ich bereits erwähnt, er war sicher der richtige Vorsitzende zur richtigen Zeit, getragen von einem starken politischen Gestaltungswillen und durchaus autoritär in der Durchsetzung seiner Ziele. Franz -Josef Strauß war ihm darin sicher ein Vorbild. Berger führte den Ortsverband bis 1993. Bereits 1992 war er gezeichnet von seiner schweren Krankheit.Nach dem Tod Bergers führte ein weiteres Gründungsmitglied, Hans Kotter, den Ortsverband. Er war insgesamt 48 Jahre Vertreter der CSU im Gemeinderat. Kotter war Vorsitzender von 1993 bis 2001. Hinter seinem Temperament ließ er immer wieder seine werbende Art und auch seine soziale Prägung erkennen.Als Ingrid Kaps 2001 zur Ortsvorsitzenden gewählt wurde, war der Generationenwechsel vollzogen. Die Nachfolger der Gründungsgeneration standen in den Startlöchern.

Red.: Herr Sigl besten Dank für das Gespräch.